1956-1966.
1956
Am 8. März laufen im neu errichteten Volkswagen-Transporterwerk in Hannover die ersten Transporter vom Band; die Serienproduktion beginnt am 20. April.
Volkswagen geht nach Südafrika. Das Werk erwirbt die Aktien des südafrikanischen Importeurs und gründet eine Tochtergesellschaft als Montagebetrieb: die Volkswagen of South Africa (PTY) Ltd. in Uitenhage, C.P. Südafrika.
Der allererste Transporter war ein Leichtgewicht: 890 Kilogramm brachte er
vollgetankt, aber ohne Fahrer und Reserverad auf die Waage. Auch mit diesen Lasten
blieb der Typ 2 (wie er im Gegensatz zum Käfer, dem Typ 1, genannt wurde) noch
unter einer Tonne - 990 Kilogramm war sein Leergewicht. Gar nicht so viel weniger
war seine Nutzlast - 750 kg. Mit Platz für zwei bis drei Personen im Fahrerhaus und
4,6 Kubikmeter Laderaum zeigte der Volkswagen Transporter sich als wendig und -
wenigstens für die damaligen Verhältnisse - auch ganz flott: 75 km/h
Dauer-Höchstgeschwindigkeit. Dafür sorgte sein kleiner (1131 ccm) und doch eher
schwachbrüstiger Motor im Heck, der 18 kW bei moderaten 3300/min leistete. Dieses
Aggregat war nicht auf Höchstleistung, sondern auf Zuverlässigkeit ausgelegt. Ein
Straßenverbrauch von 9 l/100 km und eine hohe Lebenserwartung waren der Lohn für
diese Bescheidenheit. Im Laufe der Jahre wuchs der T1 sozusagen mit seinen
Aufgaben. Aber er behielt unter der geteilten Frontscheibe sein Gesicht, bis er
durch den T2 abgelöst wurde, ein "Familien-Gesicht", das ihn eng mit dem Käfer
verband. Erst 1996, als die Pkw-Versionen das "Happy Face" ihrer kleineren
Geschwister erhielten, ist diese Familienähnlichkeit zum Transporter
zurückgekehrt.
1957
Die Nachfrage nach Volkswagen kennt anscheinend keine Grenzen. Die Produktionskapazitäten der Werke Wolfsburg, Braunschweig und Hannover sind voll ausgelastet. Trotzdem baut sich ein Rückstau unerledigter Bestellungen auf, der nur durch weitere Expansion der Produktionskapazitäten verringert werden kann. Im Oktober kauft Volkswagen deshalb ein weiteres Grundstück in Kassel.
1958
Im Werk Kassel beginnt mit 25 Mitarbeitern die Arbeit in der Aggregateaufbereitung. Der 250.000ste Volkswagen Austauschmotor seit 1948 wird im Werk Kassel fertiggestellt. Zu diesem Zeitpunkt läuft fast jeder 10. Volkswagen mit Austauschmotor - eine gute Gelegenheit für Volkswagenbesitzer, über 50% gegenüber dem Neupreis zu sparen. Der komplett neue Motor, eine entsprechende Gewährleistung und die Erneuerung sämtlicher Nebenaggregate sind eine einmalige Leistung in der Automobilbranche.
Ab dem 11. November werden neben den Volkswagen Transportern auch die Volkswagen Motoren im Werk Hannover produziert.
1959
Im Werk Hannover läuft die Motorenproduktion an. Seitdem werden dort alle luftgekühlten und heute wassergekühlten Volkswagen Boxermotoren für den innerdeutschen Markt hergestellt.
1960
Mit Beginn des neuen Modelljahres erhalten alle Volkswagen einen 25-kW-Motor und ein vollsynchronisiertes Getriebe.
1962
In Hannover wird der 1.000.000ste Transporter fertiggestellt.
1964
Der ständig wachsende Übersee-Export führt zur Gründung des Werks Emden, das über ausgezeichnete Verschiffungsmöglichkeiten verfügt. Im Laufe der nächsten Jahre hat das Volkswagenwerk mit mehr als 80 Schiffen die größte private Charter-Flotte der Welt, und Emden wird zum größten Automobilhafen.
Gründung der Volkswagen de Mexico S. A. de C. V. in Puebla. Unter Beibehaltung des deutschen Qualitätsniveaus und günstiger Preise sollen hier Volkswagen aus möglichst vielen Teilen einheimischer Produktion gebaut werden.
1966
Die südafrikanische Tochtergesellschaft geht zu 100% in den Besitz der Volkswagenwerk AG über und heißt jetzt Volkswagen of South Africa Ltd.